Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag: Berechnung und Anwendung für Startups

Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Er ist die Grundlage für Pricing-Entscheidungen, Portfolio-Optimierung und die Frage, ab welchem Umsatz Sie profitabel sind.

Lesezeit 6 Minuten · Zuletzt aktualisiert: 1. September 2026

KURZDEFINITION

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist eine der wichtigsten Kennzahlen für Pricing-Entscheidungen, Produktportfolio-Optimierung und Break-Even-Analysen. Er zeigt, ob ein Produkt profitabel ist, bevor die Fixkosten berücksichtigt werden.

Für Startups ist er besonders relevant, weil er die Grundlage für die Break-Even-Analyse bildet: Ab welchem Umsatz decken Sie Ihre Fixkosten?

Der Deckungsbeitrag kann pro Einheit berechnet werden (Stückdeckungsbeitrag) oder für alle Einheiten zusammen (Gesamtdeckungsbeitrag).

Formel: Umsatz minus variable Kosten

Die Berechnung folgt einer einfachen Formel:

FORMEL

Deckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten

Deckungsbeitragsmarge = Deckungsbeitrag / Umsatz

Variable Kosten steigen mit der Produktions- oder Verkaufsmenge: Material, Hosting, Support, Payment Fees.

Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an: Miete, Gehälter, Marketing. Sie tauchen im Deckungsbeitrag nicht auf, werden aber von ihm gedeckt.

BEISPIEL SAAS-STARTUP

Pro Monat

Weg 1 · Pro Kunde

MRR (Monthly Recurring Revenue)

MRR pro Kunde

1.000 €

Variable Kosten

− 200 €

Hosting, Support und Payment Fees steigen mit jedem Kunden.

Weg 2 · Alle 100 Kunden

Umsatz gesamt

100.000 €

Variable Kosten gesamt

− 20.000 €

Der Gesamtdeckungsbeitrag ist die Summe aller Stückdeckungsbeiträge.

DECKUNGSBEITRAG

Pro Kunde

Marge 80 %

800 €

800 €

800 €

Von jedem Euro Umsatz bleiben 80 Cent zur Deckung der Fixkosten und für den Gewinn.

Der Stückdeckungsbeitrag beträgt 800 € pro Kunde, der Gesamtdeckungsbeitrag bei 100 Kunden 80.000 € pro Monat. Die eine Zahl brauchen Sie für Pricing-Entscheidungen, die andere für die Break-Even-Rechnung.

Break-Even-Analyse: Ab welchem Umsatz decken Sie Ihre Fixkosten?

Die Break-Even-Analyse berechnet, ab welcher Menge Ihre Fixkosten gedeckt sind.

FORMEL

Break-Even-Point = Fixkosten / Stückdeckungsbeitrag

Ab dem nächsten Kunden entsteht Gewinn.

BEISPIEL SAAS-STARTUP

Pro Monat

Was gedeckt werden muss

Fixkosten pro Monat

50.000 €

Miete, Gehälter und Marketing fallen unabhängig von der Kundenzahl an.

Was jeder Kunde beiträgt

Deckungsbeitrag pro Kunde

800 €

1.000 € Umsatz minus 200 € variable Kosten.

BREAK-EVEN-POINT

50.000 € / 800 €

62,5 gerundet

63 Kunden

Rechnerisch liegt der Break-Even bei 62,5 Kunden. Ab dem 63. Kunden ist das Startup im Gewinn.

Unterhalb dieser Grenze arbeitet das Unternehmen im Verlust, oberhalb im Gewinn. Jeder weitere Kunde trägt volle 800 € zum Ergebnis bei, weil die Fixkosten bereits gedeckt sind.

Break-Even bei unterschiedlichen Fixkosten

Wie viele Kunden Sie bei 800 € Stückdeckungsbeitrag brauchen:

FIXKOSTEN PRO MONAT

BREAK-EVEN

25.000 €

32 Kunden

50.000 €

63 Kunden

75.000 €

94 Kunden

100.000 €

125 Kunden

Die Rechnung zeigt den entscheidenden Hebel: Jeder Euro Fixkosten verschiebt den Break-Even nach hinten, jeder Euro mehr Deckungsbeitrag pro Kunde zieht ihn nach vorne.

Deshalb ist eine Preiserhöhung von 10 % oft wirksamer als eine Kostensenkung von 10 %: Der Preis wirkt voll auf den Deckungsbeitrag, die variablen Kosten nur anteilig.

Deckungsbeitrag für SaaS-Companies

SaaS-Companies haben typischerweise hohe Deckungsbeitragsmargen, weil die variablen Kosten niedrig sind.

BENCHMARK SAAS

70 bis 80 % Deckungsbeitragsmarge

Typisch für SaaS-Companies mit geringen variablen Kosten pro Kunde.

Hosting-Kosten

Skalieren Ihre Infrastrukturkosten linear mit der Kundenzahl, statt mit Skaleneffekten zu sinken? Prüfen Sie Instanzgrößen, Speicher und Datentransfer pro aktivem Kunden.

Support-Aufwand

Wie viele Stunden Betreuung braucht ein Kunde pro Monat, und wächst dieser Aufwand mit jedem Neukunden mit? Onboarding und Support gehören in die variablen Kosten, wenn sie pro Kunde anfallen.

Payment Fees

Zahlen Sie mehr als üblich an Ihren Payment-Provider, etwa durch viele Kleinbeträge, Rückbuchungen oder Auslandszahlungen? Bei niedrigen Ticketgrößen fällt das spürbar ins Gewicht.

Liegt Ihre Deckungsbeitragsmarge unter 70 %, lohnt der Blick auf diese drei Posten. Liegt sie über 80 %, haben Sie einen strukturellen Wettbewerbsvorteil: Sie erreichen den Break-Even früher und finanzieren Wachstum aus dem eigenen Geschäft.

Deckungsbeitragsrechnung bei mehreren Produkten

Wenn Sie mehrere Produkte oder Services anbieten, sollten Sie den Deckungsbeitrag pro Produkt berechnen:

PRODUKT

UMSATZ

VARIABLE KOSTEN

DECKUNGSBEITRAG

MARGE

Produkt A

50.000 €

Umsatz 50.000 €

10.000 €

Variable Kosten 10.000 €

40.000 €

Deckungsbeitrag 40.000 €

80 %

Marge 80 %

Produkt B

30.000 €

Umsatz 30.000 €

20.000 €

Variable Kosten 20.000 €

10.000 €

Deckungsbeitrag 10.000 €

33 %

Marge 33 %

Produkt C

20.000 €

Umsatz 20.000 €

15.000 €

Variable Kosten 15.000 €

5.000 €

Deckungsbeitrag 5.000 €

25 %

Marge 25 %

Gesamt

100.000 €

Umsatz 100.000 €

45.000 €

Variable Kosten 45.000 €

55.000 €

Deckungsbeitrag 55.000 €

55 %

Marge 55 %

Produkt A trägt mit 80 % Marge den Großteil des Deckungsbeitrags. Produkt B liegt bei 33 %, Produkt C bei 25 % — beide binden Kapazität, ohne nennenswert zu den Fixkosten beizutragen.

Die Entscheidung lautet dann: variable Kosten senken, Preis erhöhen oder das Produkt einstellen. Ohne Deckungsbeitragsrechnung pro Produkt sehen Sie im Gesamtergebnis nur die 55 % — und nicht, woher sie kommen.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten auf einen Blick.

Was ist der Deckungsbeitrag einfach erklärt?

Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Er ist die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten.

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag?

Deckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten. Beispiel: 1.000 € Umsatz minus 200 € variable Kosten ergeben 800 € Deckungsbeitrag.

Was ist der Unterschied zwischen Stück- und Gesamtdeckungsbeitrag?

Der Stückdeckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag pro Einheit, etwa pro Kunde. Der Gesamtdeckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag aller Einheiten zusammen.

Was ist die Break-Even-Analyse?

Die Break-Even-Analyse berechnet, ab welchem Umsatz oder welcher Menge die Fixkosten gedeckt sind: Break-Even-Point = Fixkosten / Stückdeckungsbeitrag.

Weiterlesen

GuV (Gewinn- und Verlustrechnung)

Die GuV ist die Basis für die Deckungsbeitragsrechnung.

EBITDA

EBITDA zieht auch die Fixkosten ab, lässt Abschreibungen aber außen vor.

BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

Die BWA liefert die monatlichen Zahlen für die Deckungsbeitragsrechnung.

Sie wollen wissen, ab welchem Punkt Sie profitabel sind?

Wir berechnen Ihren Break-Even und zeigen, welche Hebel Sie ziehen können. Monthly Close, Forecast und Dashboard aus einer Hand.

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